Seit über einem Jahr ist die Fridays for Future Bewegung in den Medien präsent. Am 20. August 2018 schwänzte Greta Thunberg aus Schweden das erste Mal die Schule, um stattdessen mit einem Schild und Flyern am Parlamentsgebäude in Schweden zu demonstrieren. Seitdem geht sie jeden Freitag auf die Straße, um die Politikerinnen und Politiker zum Handeln gegen den Klimawandel zu bewegen. Es dauerte nicht lange bis sich Schüler auf der ganzen Welt der Bewegung anschlossen, um für die Einhaltung der Pariser Klimaziele zu demonstrieren. Neben der Begrenzung der Erderwärmung unter 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter fordern die Aktivisten einen schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und eine Bepreisung von CO2-Emissionen.

Aufruf zum weltweiten Klimastreik
Freitag, der 20.09.2019, war kein gewöhnlicher Streiktag. Um die Politik unter Zugzwang zu setzen riefen die Schülerinnen und Schüler nun auch Erwachsene dazu auf ihren Alltag für einen Tag ruhen zu lassen und gemeinsam mit ihnen auf die Straßen zu gehen – und das weltweit.
Der Auftakt der Proteste fand in Australien und der Pazifikregion statt. Zehntausende Kinder gingen auf die Straßen um unter dem Motto „Wir sinken nicht, wir kämpfen“ für ihre Zukunft zu demonstrieren. Insgesamt planten die Aktivisten Proteste in mehr als 2.600 Städten, in fast 160 Staaten.
In Deutschland fanden Proteste in mehr als 500 Städten statt. Unterstützung erhielten die Schüler dabei von zahlreichen Unternehmen und Organisationen. Auf der Internetseite der „entreprenuers4future“ haben bereits mehr als 3.000 Unternehmen eine Stellungnahme unterzeichnet, um ihre Solidarität zu zeigen – Zahl steigend.
Auch unsere Unternehmensgruppe hat sich beteiligt und an den Portesten in Kassel teilgenommen, wo laut der Einsatzleitung der Polizei rund 6.500 Menschen auf die Straße gingen.

Wie reagiert die Politik
Die Bundesregierung steht unter Zugzwang. Schon lange war klar: der Ausstoß von Emissionen soll teurer werden. Nur in welcher Form, das musste noch entschieden werden. In einer langen Diskussionsnacht vom 19.09 auf den 20.09.2019 wurde über das Klimapaket beraten. Das Ergebnis ist ein 22-seitiges Eckpunktepapier.

So soll das Klimapaket aussehen:
Geplant ist ein CO2-Preis für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas über den Handel von Verschmutzungsrechten. Der Endkunde ist von diesem Handel nur indirekt betroffen, da dadurch die Preise für die Energieträger steigen. Ab 2021 soll der Preis pro Tonne CO2 bei 10 Euro liegen und bis 2025 auf 35 Euro pro Tonne ansteigen. Von den Klimaaktivisten der Fridays for Future Bewegung wurde bereits Kritik geäußert, denn um eine Tonne CO2 zu kompensieren, müssen 180 Euro aufgewendet werden.
Endverbraucher sollen von der CO2- Bepreisung entlastet werden. Dafür wird unter anderem die Pendlerpauschale um 5 Cent erhöht. Statt 30 Cent können demnach 35 Cent von der Steuer abgesetzt werden. Elektroautos werden gefördert, indem sie bis 2025 von der KFZ-Steuer ausgenommen werden und die Kaufprämien für umweltschonende Fahrzeuge angehoben werden. Um Bahnfahren attraktiver zu machen soll die Mehrwertsteuer auf Fernverkehr Tickets gesenkt werden. Der Ausbau und die Modernisierung der Bahnstrecken werden durch eine Kapitalerhöhung um eine Milliarde Euro pro Jahr gefördert. Teurer wird hingegen das Fliegen, da die Luftverkehrssteuer zum 01. Januar 2020 angehoben werden soll.
Um die Klimaziele zu erreichen ist die Förderung von erneuerbaren Energien ein zentraler Bestandteil, deshalb soll der Ausbau des Ökostroms beschleunigt werden. Die Akzeptanz für den Bau neuer Windkraftanlagen soll anhand einer finanziellen Beteiligung von Kommunen am Betrieb der Anlagen erhöht werden und für den Ausbau von Photovoltaik eine bisherige Förderbegrenzung abgeschafft werden.